Erklärung

Was ist das Model Context Protocol (MCP)?

Das Model Context Protocol ist ein quelloffener Standard, mit dem KI-Anwendungen an externe Systeme angebunden werden: an Datenquellen wie lokale Dateien und Datenbanken, an Werkzeuge wie Suchdienste, und an Arbeitsabläufe. Die offizielle Dokumentation vergleicht MCP mit einem USB-C-Anschluss für KI-Anwendungen — ein einheitlicher Stecker statt einer eigenen Integration pro Werkzeug. Unterstützt wird es unter anderem von Claude, ChatGPT, Visual Studio Code und Cursor, sodass ein einmal geschriebener Server in mehreren Clients funktioniert.

Deutsch · Zuletzt geprüft: 2026-09-05 · Englische Vollversion: English

Das Problem, das MCP löst

Vor MCP brauchte jede Kombination aus KI-Anwendung und Fremdsystem ihre eigene Integration. Bei fünf Anwendungen und zehn Systemen sind das fünfzig Verbindungen, die jemand schreiben und pflegen muss. MCP dreht das um: Ein Anbieter schreibt einen Server, jede MCP-fähige Anwendung kann ihn nutzen. Genau das meint der USB-C-Vergleich — nicht „schneller", sondern „ein Stecker für alle".

Was ein MCP-Server konkret liefert

  • Zugriff auf Daten: lokale Dateien, Datenbanken, interne Wissenssysteme.
  • Werkzeuge, die der Agent aufrufen darf: Suche, Berechnungen, API-Aufrufe.
  • Vorbereitete Arbeitsabläufe, etwa spezialisierte Prompts für einen wiederkehrenden Vorgang.

Die Beispiele in der offiziellen Einführung sind bewusst alltäglich: ein Agent, der Kalender und Notizsystem liest; Claude Code, das eine Web-Anwendung aus einem Figma-Entwurf erzeugt; ein Unternehmens-Chatbot, der mehrere Datenbanken abfragt. Alle drei sind derselbe Mechanismus in unterschiedlicher Kleidung.

Einen Server in Claude Code einbinden

Claude Code bringt eine eigene Kommandozeile für MCP mit. Es gibt drei Transportarten: HTTP für entfernte Server (empfohlen), SSE (in der Dokumentation als veraltet markiert) und stdio für lokal laufende Prozesse.

# entfernter Server über HTTP
claude mcp add --transport http notion https://mcp.notion.com/mcp

# lokaler Prozess über stdio (alles nach -- geht an den Server)
claude mcp add --env API_KEY=ihr-schluessel --transport stdio myserver \
  -- python server.py --port 8080

# Übersicht und Details
claude mcp list
claude mcp get notion
Befehlsformen aus der offiziellen Claude-Code-MCP-Dokumentation, abgerufen am 5. September 2026.

Geltungsbereiche: wer sieht den Server?

BereichGilt fürGeteiltGespeichert in
local (Standard)Nur das aktuelle ProjektNein~/.claude.json
projectNur das aktuelle ProjektJa, über .mcp.json.mcp.json im Projektwurzelverzeichnis
userAlle Ihre ProjekteNein~/.claude.json
Der Bereich wird mit --scope gesetzt, etwa: claude mcp add --transport http shared-server --scope project https://example.com/mcp
Der praktische Unterschied

Nur der Bereich `project` landet in einer Datei, die ins Repository gehört. Wer möchte, dass alle im Team denselben Server bekommen, muss ihn mit --scope project anlegen — sonst kennt ihn nur der eigene Rechner.

Authentifizierung

Für entfernte Server nennt die Dokumentation drei Wege: OAuth 2.0, das nach dem Hinzufügen über das `/mcp`-Panel in der Sitzung abgeschlossen wird; statische Kopfzeilen für API-Schlüssel über `--header "Authorization: Bearer ..."`; und dynamische Kopfzeilen über das Feld `headersHelper` in der `.mcp.json`, das ein Skript aufruft. Auf der Kommandozeile gibt es außerdem `claude mcp login <name>` und `claude mcp logout <name>`.

Ein Wort zur Sicherheit, das in Beschaffungsgesprächen regelmäßig fällt: Ein MCP-Server ist ausführbarer Code beziehungsweise ein Dienst mit Zugriff auf Ihre Daten. Das Protokoll standardisiert die Schnittstelle, nicht die Vertrauenswürdigkeit der Gegenstelle. Behandeln Sie einen fremden Server wie eine fremde Abhängigkeit — mit derselben Prüfung.

Häufige Fragen

Was bedeutet MCP?
MCP steht für Model Context Protocol. Es ist ein quelloffener Standard, mit dem KI-Anwendungen an externe Systeme angebunden werden — an Datenquellen wie Dateien und Datenbanken, an Werkzeuge und an Arbeitsabläufe. Die offizielle Dokumentation beschreibt es als USB-C-Anschluss für KI-Anwendungen.
Welche Programme unterstützen MCP?
Die offizielle Einführung nennt unter anderem Claude, ChatGPT, Visual Studio Code, Cursor und MCPJam. Das ist der eigentliche Sinn des Standards: Ein einmal geschriebener Server funktioniert in jedem MCP-fähigen Client, ohne für jeden neu angepasst zu werden.
Wie füge ich einen MCP-Server zu Claude Code hinzu?
Für entfernte Server mit `claude mcp add --transport http <name> <url>`, für lokale Prozesse mit `claude mcp add --transport stdio <name> -- <befehl>`. Mit --scope wählen Sie zwischen local (Standard), project (geteilt über .mcp.json) und user (alle Projekte). `claude mcp list` zeigt alle eingetragenen Server.
Ist SSE noch aktuell?
Nein. Die Claude-Code-Dokumentation markiert den SSE-Transport als veraltet und empfiehlt HTTP für entfernte Server. Bestehende SSE-Einträge funktionieren weiter, für neue Server sollten Sie --transport http verwenden.

Quellen